Das kleine Schwarze

 In Gesundheit

Depression aus Sicht der Seele

Sie kamen nachts, die Schwestern Sorge und Schlaflosigkeit. Der Tag war angefüllt mit Ereignissen, an die ich, die Seele, mich heute nicht mehr erinnere. Ich fühlte mich schon seit Wochen schwer, konnte mir aber keinen Raum dafür nehmen. Der Körper, in dem ich wohne, war zum damaligen Zeitpunkt viel zu beschäftigt, um meine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Wir hatten diverse Verpflichtungen; wie immer… Mich nahm niemand wahr. Dabei war ich in großer Gefahr. Ein Kleid aus Dunkelheit legte sich um mich. „Mein kleines Schwarzes.“ Die Tage gingen dahin, die Nächte wurden unruhiger, Leere stellte sich ein. Mein (Seelen-)Zustand breitete sich aus auf den Körper und den Geist. Sehr bald schon saßen wir in einem Loch aus Antriebsarmut und Desinteresse. Wir schotteten uns ab von allem. Die Schlaflosigkeit ging vorüber, doch die Leere blieb.

So oder so ähnlich beschreiben Patientinnen und Patienten ihr Erleben. Alles ist mühsam, nichts macht Freude. Familie und Kollegen stehen dem hilflos gegenüber und auch der/ die Betroffene selbst ist überfordert. Dies ist der Moment, in dem die Kontaktaufnahme zur Seele auf sanfte und einfühlsame Weise beginnen sollte. Im Gespräch, in der (HNC-)Behandlung, im Hören von Zwischentönen wird der Weg heraus aus den Wirren des Unterbewußtseins erkennbar. Der Blick fokussiert sich, der Körper verspürt neue Kraft, das Innere erholt sich.

Wichtig ist es, diesen sehr individuellen Prozess zugewandt zu begleiten. Unsere heutige Welt ist so unglaublich schnell und laut, dass wir uns dabei genauso schnell vergessen. Meiner Meinung nach verursacht diese Entwicklung alle bekannten Seelennöte. Weshalb es unabdingbar ist, sich genau dort zu engagieren. Mit meiner Praxis habe ich einen Ort des Ankommens geschaffen. Hier bekommen Sie den Raum, durchzuatmen, sich selbst zuzuhören und nach innen zu schauen. Ich begleite Sie solange in der von Ihnen gewünschten Intensität, bis Sie all das stabil in Ihre Welt integriert haben und „das kleine Schwarze“ nicht mehr und nicht weniger ist als „ein schlichtes Kleid für alle Frauen mit Geschmack“ (Coco Chanel, 1926).

Ihre Kristin Bethke